Geschafft

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 8. Januar 2011 von sierrapiet

Dann waren doch mehr Bilder auf den Speicherkarten als ich es abgeschätzt habe. Das Sichten und Bearbeiten der Fotos nahm so seine Zeit in Anspruch. Eine Auswahl der Bilder habe ich in Bildergalerien zu den einzelnen Berichten gestellt.

Viel Spaß beim Anschauen wünscht euch

Peter

Santiago de Chile

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 19. Dezember 2010 von sierrapiet

Hallo zusammen,

egal wir es jetzt machen wollten oer machen: Wir muessen ueber die Anden, um unser Ziel Santiago de Chile zu erreichen. Okay, das mit dem Agua Negra hat leider nicht geklappt. So sassen wir  im Bus und fuhren auf den Bermejo Pass zu, ”nur knapp 3200m ueber dem Meer”. Die Fahrt zu diesem Pass zeigte uns einmal mehr wie schoen die argentenische Bergwelt sein kann. In diesem Gebiet liegt der bei den Bergsteigern beliebete Berg Puente del Inca, 3800 m hoch.  Nach einer laengeren Tunnelfahrt blickten wir auf die Grenzstation. Eine lange Schlange von LKW’s und einige Reisebusse warteten schon auf die Einreise nach Chile. Chile ist sehr penibel was die Einreise betrifft, denn die Einfuhr jeglicher Lebensmittel ist verboten. Man hat Angst davor, dass Krankheiten bzw. Seuchen  ins Land gebracht werden. So wird jedes Gepaeckstueck durch die Roentgenroehre geschleust und die Busse mit Hunden abgeschnueffelt, um verbotene Lebensmitteln zu finden. Die Einreiseformalitaeten haben auch ihre Rituale. Jeder Reisegruppe stellt sich paarweise hintereinander am Bus auf und einer der Busfahrer begleitet die Gruppe zum Einreiseschalter. Einer nach dem anderen bekommt den argentinischen Ausreisestempel und am Schalter nebenan den chilenischen Einreisestempel. Nach rund drei Stunden warten und anstehen, befanden wir uns dann auf chilenischen Boden. In 29 Kurven ging es von der Grenzstation talwaerts. Diese Abfahrt und dessen Aussichten war absolut Spitze.  Am Abend erreichten wir einen von drei Busbahnhoefen in Santiago. Hier verbrachten wir 5 Tage, um die 6 Mio. Metropole zu erkunden.
Die Fahrraeder sind schon gut verpackt und Morgen Mittag sitzen wir im Flieger mit dem ersten Ziel Madrid. Und am  Montag Mittag werden wir in Muenchen landen, sofern die  unsere Landebahn schneefrei ist.
Wir, Erni, Ursula, Josef und ich, bedanken uns fuer euer Interesse am Reiseblog und an euren Mails.

Auch wenn unsere Reise zu Ende ist, dieser Reiseblog lebt weiter. Ich werde in den naechsten Wochen unsere  Bilder sichten und Anfang Januar eine Auswahl hier veroeffentlichen und bei den einzelnen Berichten Bilder ergaenzen. Schaut doch einfach mal wieder auf diese Webseite.

Adios von

Peter

Richtungswechsel

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 14. Dezember 2010 von sierrapiet

Buenos dias und hallo zusammen,

ab San Jun haben wir uns zweimal einen Transportluxus gegoennt. Peppi, Josefs  Sohn, hat uns mit einem Pickup von San Juan nach San Jose de Jachal gefahren. So ueberbrueckten wir eine lange und landschaftlich langweilige Etappe. Von San Jose aus fuhren wir durch eine sehr schoene canyonartige Berglandschaft nach Las Flores. Kurz vor dem Etappenziel kaempften wir auf einem rund 8 km langen Anstieg gegen heftigen Gegenwind. Wir mussten diesmal nicht ganz so schwer in die Pedale treten wie sonst, denn wir fuhren ohne Gepaeck, das Peppi im Pickup transportierte – unser zweiter Luxus. Dieser Gegenwind war nur eine Ankuendigung von dem, was uns  in den kommenden zwei Tagen erwarten sollte. In Las Flores deckten wir uns mit Proviant fuer die naechsten drei Tage ein. Dies sollte ausreichen, um autark ueber den Agua Negra bis zum ersten groesseren Ort in Chile zu kommen. Die Ausreiseformalitaeten am naechsten Morgen gingen unkompliziert ueber die Buehne. Wir blickten erstmal auf eine rund 11km schnurgerade Strasse, die in Richtung Pass fuehrte. Langsam und staetig ging es bergauf. Wir spuerten schon den Wind, der aus den Bergen kam. Fuer die heutige Planung  waren rund 55 km angesetzt, um bis zu einer Wasserquelle zu kommen und dort im Zelt zu uebernachten. An einer zweiten Grenzstation gaben wir noch Ausreisepapiere ab und von dort an fuhren wir auf einer Schotterstrasse weiter bergauf. Und jetzt spuerten wir den stuermischen Gegenwind. Wir kaempften uns Meter um Meter in Richtung Pass,  teilweise schiebend und fluchend. Mit diesem Gegenwind hatten wir nicht gerechnet. Noch konnten wir uns an der Berglandschaft begeistern. Wir passierten einige Strassenbaustellen. Die Passstrasse soll ausgebaut und geteert werden, um die Zufahrt fuer einen geplanten Tunnel auf rund 3500 m Hoehe fuer den Schwerlastverkehr zu ermoeglichen. Der Gegenwind plagte uns mehr und wurde heftiger mit jedem Hoehenmeter. Am spaeten Nachmittag erreichten wir unseren Zeltplatz an der Bergquelle. Leider gab es keinen windstillen Bereich, in dem wir unsere Zelte aufbauen konnten. Nur zu viert unter zu Hilfenahme von schweren Steinen schafften wir den Aufbau. Der eisige Wind senkte die Temperatur enorm. Wir verkrochen uns erstmal in die warmen Schlafsaecke. Wir hofften, dass der Sturm die Nacht ueber nachlassen wuerde. Doch der Wind peitschte immer wieder unsere Aussenzelte heftig an die Innenzelte. Obwohl uns recht frueh die aufgehende Sonne in den Zelteingang schien, war der Sturm zum Orkan geworden. Heute wollten wir ueber den Pass fahren und nochmals im Zelt uebernachten. Obwohl die folgenden Kilometer nicht besonders steil waren, schafften wir wegen der Orkanboeen gerade mal 7 km in 2,5 Stunden. Manchmal konnten wir gar nicht mehr schieben. Nach unserer Hochrechnung haetten wir mit diesem Tempo den Pass um 21.00 Uhr erreicht. Hinter einem windstillen Sandberg beratschlagten wir, wie es weitergehen sollte. Wir beschlossen, um zudrehen und wieder nach Las Flores zu fahren. Der Orkan Zonda hatte uns keine Chance gegeben. Nach rund 4 Stunden Bergabfahrt erreichten wir wieder Las Flores. Selbst auf der Abfahrt drueckte uns der Rueckenwind teilweise in Richtung Strassenrand. Mit wenigen Pesos in der Tasche, keinem Bankautomaten im Umkreis von 150 km  und leicht gefrustet suchten wir eine Unterkunft. In der Einoede fanden wir widererwarten eine idyllische Finca. Die Besitzer bewirteten uns herzlich und entpuppten sich zudem als Hobbyastronomen. So gab es nach dem Essen noch einen Blick durch das Teleskop in den wunderschoenen Sternenhimmel. Wir waren wieder bester Laune. Zum Glueck reichten die letzten Pesos, um die Rechnung zu begleichen. Peppi eilte uns zu Hilfe, um uns mit dem Pickup wieder nach San Juan zu bringen. Unser Ziel Chile erreichen, mussten wir neu organisieren. Mit dem Bus fuhren wir nach Mendoza. Von hier aus geht es heute Nachmittag wieder mit einem Bus nach Santiago de Chile. Mittlerweile sind wir versierte “Busfahrer” geworden. Die naechste und letzte Meldung kommt von uns aus Santiago.

Viele Grüße von Peter

Cafayate – Cordoba

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 6. Dezember 2010 von sierrapiet

Hallo zuammen,

mit dem Bus fuhren wir von Cafayate ueber einen 3000er Pass, um unsere erstes Busetappenziel Tucuman zu erreichen. Nach dem Pass erlebten wir einen totalen Klimawechsel. Von dem trocknen Weinanbauangebiet Cafayates kamen wir in durchgehendes gruene Ackerflaechengebiet. Die ersten Haeuser zeigten nicht nur einen anderen Baustil, sondern auch, dass die Besitzer nicht arm sind. Nach dem ersten groesseren Ort erlebten wir eine grandiose Fahrt durch die Schluchten eines subtropischen Regenwaldgebietes. Nach jeder Kurve ergaben sich immer wieder neue atemberaubende Eindruecke. Am fruehen Abend erreichten wir die Busstation von Tucuman. Hier mussten wir den Bus wechseln, um nach Cordoba zu kommen. Als der Bus eintraf, verweigerten die Busfahrer die Mitnahme unserer Fahrraeder. Da schauten wir erstmal verdutzt, denn die Busfahrscheinverkaeuferin in Cafayate bestaetigte uns die Mitnahme der Raeder. In Tucuman wiederum sagten uns die Ticketverkaeufer, das die Busgesellschaft generell keine Fahrraeder mitnimmt. So standen wir am Busbahnsteig und sahen wie unser gebuchter Bus ohne uns in Richtung Cordoba fuhr. Ohne Umstaende bekamen wir den kompletten Betrag fuer die Tickets wieder ausbezahlt. Keine halbe Stunde spaeter waren wir stolze Besitzer von neuen Tickets mit der Zusage, dass unsere Raeder mitgenommen werden. Um 22.30 Uhr verliessen wir Tucuman und erreichten am naechsten Morgen um 6.30 Uhr Cordoba. Die zweitgroesste Stadt Argentinien, ca. 1,4 Mio. Einwohner, zeigt sich als moderne Studentenstadt. Das bisherige Problem Wechselgeld kennt man hier gar nicht. Kleine Betraege mit 100 Pesos zu bezahlen, bereiten den Verkaeufern keine muehseligen Aktivitaeten um Kleingeld zu besorgen. Das Wetter zeigt sich weiterhin von der besten Seite mit mindestens 30 Grad Celsius. Und es wird noch heisser, wenn wir heute Abend wieder mal einen Pass ueberqueren und nach San Juan  fahren. Hier wird es noch mal erheblich waermer werden. Und in Argentinien hat gerade der Fruehling begonnen. Wie heiss soll es erst im Sommer werden?

In San Juan starten wir unsere zweite und letzte Fahrradetappe, die uns ueber den 4700 m hohen Pass Agua Negra fuehren wird. Die naechsten Reiseinfos gibt es erst wieder aus Chile, wenn wir La Serena an der chilenischen Kuste erreicht haben.

Hasta luego von Peter

Wechselgeld

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 3. Dezember 2010 von sierrapiet

Buenos dias,

passendes Wechselgeld zu bekommen oder zu haben ist eine taegliche ”Herausforderung” sowohl fuer den Kunden als auch fuer den Verkaeufer . Auf dem Rueckweg aus der Sandsteinschlucht pausierten wir an einem kleinen Keramikverkaufsstand, der auch kalte Getraenke und Schafskaese anbietet. Der Laden ist rund 30 km von Cafayate entfernt und mitten in der Schlucht. Wir kauften an dem Stand Getraenke und Schafskaese. Wir konnten nur mit einem 100 Pesos-Schein bezahlen, rund 20 Euro. Leider hatte die Verkaeuferin kein Wechselegeld. So beauftragte sie ihren Mann mit dem Auto loszufahren und die 100 Pesos klein zumachen. Er fuhr los und kam nach 10 Minuten ohne Kleingeld zurueck. Dann fuhr er in die andere Richtung und kam nach 15 Minuten mit Wechselgeld zurueck. Wo er das Wechselgeld herbekommen hat, war uns schleierhaft. Es war weit und breit keine andere Verkaufsbude zu sehen. Uebrigens der Schafskaese war sehr lecker.

So erleben wir jeden Tag den “Kampf um das Wechselgeld”. Wenn ueberhaupt kein Wechselgelkd zu bekommen ist, wird der Preis einfach abgerundet oder es Naturalienausgleich wie z.B. Bonbon.

Adios Pedro

Quebrada de las Conchas

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 2. Dezember 2010 von sierrapiet

Hallo zusammen,

heute nutzten wir den Tag fuer eine Radltour ins Umland von Cafayate. Nördlich der Stadt liegt die sehr sehenswerte Buntsandstein-schlucht ”Quebrada de las Conchas”. Dies ist die formenreichste Schlucht Argentiniens. Die bizarren Felsformationen tragen Namen wie Obelsik, Kröte oder Amphitheater.

Während Deutschland fast im Schneechaos untergeht, schützen wir uns gegen Temperaturen von bis zu 37 Grad in der Sonne.

Viele Grüße von Peter

Ruta Nacional 40

Veröffentlicht in Argentinien 2010 am 1. Dezember 2010 von sierrapiet

Von Salta bis El Caril ging es mit den Fahrraedern zuegig voran. Ab El Caril fuhren wir auf einer wenig befahrenen Strasse mit hervorragenden Asphalt in Richtung Cuesta del Obispo. Mit 3348 Hoehemetern war dieser Pass unsere erste Herausforderung. Nach den Angaben unserer Reisefuehrer sollte es auf der Strecke zum Pass bei km 38 und 43 nach El Caril zwei Kioske geben, die Getraenke und Snacks verkaufen. Snacks allein sollten nicht unser Abendbrot und Fruehstueck sein. So hatten wir uns in El Caril mit Proviant eingedeckt. Die ersten Kilometern in den Bergen zeigten uns schon mal was argentinische Berge fuer Radler bereit halten koennen. Es ging immer wieder Bergauf und Bergab. Nach einem langen Anstieg kam ein erster Kiosk, der uns sehr willkommen war. Bei km 38 fanden wir nur noch einen verlassenen Kiosk vor. So setzten wir alle Hoffnung auf den Kiosk bei km 43. Mittlerweile war es schon spaeter Nachmittag und wir schauten uns nach einem Zeltplatz um. Vor km 43 erlebten wir eine sehr angenehme Ueberraschung. In einem kleinen Tal erblickten wir ein Rasthaus. Hier gab es kaltes Bier und fuer uns einen passenden Zeltplatz. Obwohl das Rasthaus an diesem Abend geschlossen hatte, kochte fuer uns die Wirtin. Besser konnten wir diesen ersten Radltag bei Schnitzel, Pommes, salat und noch mehr kaltem Bier nicht abschliessen. Am naechsten Tag endete nach 3 km die Asphaltstrecke und es ging auf einer unbefestigten Piste rund 20 km zum Pass hoch. Jetzt war Ursula in ihrem Element und erklomm wie eine Bergziege die unzaehligen Serpentinen. Kurz vor der Passhoehe konnten wir uns ueber bessere Strassenverhaeltnisse freuen, denn hier begannen Strassenarbeiten, um die Passstrasse zu teeren. Nach einem gemeinsamen Gipfelfoto erfreuten wir uns einer komplett geteerten Abfahrt bis zu unserem Zielort Cachi. Ab Cachi befuhren wir die Ruta Nacional 40, eine Nationalstrasse. Wir wussten, dass die folgenden Kilometer nicht asphaltiert sind. Ab Cachi erlebten wir rund 140 Kilometer der unterschiedlichsten Formen von Schotterpisten. Am Anfang erschwerten uns Wellblechpassagen das Vorankommen. Dazu kamen noch Abschnitte mit weichem Sand. Fuer Josef mit seinen breiten Reifen war dies ein willkommenes Terrain. Wie auf einem fliegenden Teppisch ”schwebte” er ueber die Piste. Erni, Usrula und ich hatten schon mehr Muehe mit unserer Trekkingradbereifung diesem Untergrund Paroli zu bieten. Aus urspruenglichen zwei Tagen fuer diese Strecke wurden dann drei Fahrtage. Und jeder Tag bot uns neue Strassenverhaeltnisse. Wie schon geschrieben waren am ersten Tag die Wellblechpisten unsere Herausforderung. Der zweite Tag stand im Zeichen von Treibsand oder Wellblechpiste bzw. Treibsand in Verbindung mit Wellblech. Am dritten Tag war loser mittelgrober Schotter unsere Herausforderung. Das Vorankommen war teilweise muehselig und fuer mich kraeftezehrend, weil mein Gepaeck doch mehr wog als von den drei anderen. Unsere Fahrweise war auch davon gepraegt immer wieder auf der linken oder rechten Fahrbahnseite oder in der Mitte den besten Untergrund zu suchen. An vielen Anstiegen drehten die Hinterraeder durch. Dann hiess es das Rad den Berg hinaufschieben. Nur Josef der Glueckliche schob sein Rad keinen einzigen Meter. All unsere Muehen wurden durch nette Erlebnisse in unseren jeweiligen Zielorten oder durch unglaubliche schoene Landschaften ausgeglichen. Als dann der erste Asphalt wieder unter die Reifen kam, musste ich die Strasse kuessen. Nur Josef dachte mit etwas Wehmut an die letzten 140 km zurueck. Dieser unbefestigte Strassenabschnitt gehoert zur Nationalstrasse 40. Diese Strasse hat einen aehnlich legendaeren Ruf wie Route 66 in den USA.

Wir befinden uns zur Zeit in Cafayate. Von hier aus fahren wir am Freitag mit dem Bus nach Cordoba.

Viele Grüße von Peter

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