Buenos dias und hallo zusammen,
ab San Jun haben wir uns zweimal einen Transportluxus gegoennt. Peppi, Josefs Sohn, hat uns mit einem Pickup von San Juan nach San Jose de Jachal gefahren. So ueberbrueckten wir eine lange und landschaftlich langweilige Etappe. Von San Jose aus fuhren wir durch eine sehr schoene canyonartige Berglandschaft nach Las Flores. Kurz vor dem Etappenziel kaempften wir auf einem rund 8 km langen Anstieg gegen heftigen Gegenwind. Wir mussten diesmal nicht ganz so schwer in die Pedale treten wie sonst, denn wir fuhren ohne Gepaeck, das Peppi im Pickup transportierte – unser zweiter Luxus. Dieser Gegenwind war nur eine Ankuendigung von dem, was uns in den kommenden zwei Tagen erwarten sollte. In Las Flores deckten wir uns mit Proviant fuer die naechsten drei Tage ein. Dies sollte ausreichen, um autark ueber den Agua Negra bis zum ersten groesseren Ort in Chile zu kommen. Die Ausreiseformalitaeten am naechsten Morgen gingen unkompliziert ueber die Buehne. Wir blickten erstmal auf eine rund 11km schnurgerade Strasse, die in Richtung Pass fuehrte. Langsam und staetig ging es bergauf. Wir spuerten schon den Wind, der aus den Bergen kam. Fuer die heutige Planung waren rund 55 km angesetzt, um bis zu einer Wasserquelle zu kommen und dort im Zelt zu uebernachten. An einer zweiten Grenzstation gaben wir noch Ausreisepapiere ab und von dort an fuhren wir auf einer Schotterstrasse weiter bergauf. Und jetzt spuerten wir den stuermischen Gegenwind. Wir kaempften uns Meter um Meter in Richtung Pass, teilweise schiebend und fluchend. Mit diesem Gegenwind hatten wir nicht gerechnet. Noch konnten wir uns an der Berglandschaft begeistern. Wir passierten einige Strassenbaustellen. Die Passstrasse soll ausgebaut und geteert werden, um die Zufahrt fuer einen geplanten Tunnel auf rund 3500 m Hoehe fuer den Schwerlastverkehr zu ermoeglichen. Der Gegenwind plagte uns mehr und wurde heftiger mit jedem Hoehenmeter. Am spaeten Nachmittag erreichten wir unseren Zeltplatz an der Bergquelle. Leider gab es keinen windstillen Bereich, in dem wir unsere Zelte aufbauen konnten. Nur zu viert unter zu Hilfenahme von schweren Steinen schafften wir den Aufbau. Der eisige Wind senkte die Temperatur enorm. Wir verkrochen uns erstmal in die warmen Schlafsaecke. Wir hofften, dass der Sturm die Nacht ueber nachlassen wuerde. Doch der Wind peitschte immer wieder unsere Aussenzelte heftig an die Innenzelte. Obwohl uns recht frueh die aufgehende Sonne in den Zelteingang schien, war der Sturm zum Orkan geworden. Heute wollten wir ueber den Pass fahren und nochmals im Zelt uebernachten. Obwohl die folgenden Kilometer nicht besonders steil waren, schafften wir wegen der Orkanboeen gerade mal 7 km in 2,5 Stunden. Manchmal konnten wir gar nicht mehr schieben. Nach unserer Hochrechnung haetten wir mit diesem Tempo den Pass um 21.00 Uhr erreicht. Hinter einem windstillen Sandberg beratschlagten wir, wie es weitergehen sollte. Wir beschlossen, um zudrehen und wieder nach Las Flores zu fahren. Der Orkan Zonda hatte uns keine Chance gegeben. Nach rund 4 Stunden Bergabfahrt erreichten wir wieder Las Flores. Selbst auf der Abfahrt drueckte uns der Rueckenwind teilweise in Richtung Strassenrand. Mit wenigen Pesos in der Tasche, keinem Bankautomaten im Umkreis von 150 km und leicht gefrustet suchten wir eine Unterkunft. In der Einoede fanden wir widererwarten eine idyllische Finca. Die Besitzer bewirteten uns herzlich und entpuppten sich zudem als Hobbyastronomen. So gab es nach dem Essen noch einen Blick durch das Teleskop in den wunderschoenen Sternenhimmel. Wir waren wieder bester Laune. Zum Glueck reichten die letzten Pesos, um die Rechnung zu begleichen. Peppi eilte uns zu Hilfe, um uns mit dem Pickup wieder nach San Juan zu bringen. Unser Ziel Chile erreichen, mussten wir neu organisieren. Mit dem Bus fuhren wir nach Mendoza. Von hier aus geht es heute Nachmittag wieder mit einem Bus nach Santiago de Chile. Mittlerweile sind wir versierte “Busfahrer” geworden. Die naechste und letzte Meldung kommt von uns aus Santiago.
Viele Grüße von Peter